Wohnen auf dem Güterbahnhof. Eine alte Forderung wird umgesetzt.

Der Stadtteil Brühl-Beurbarung ist die Wiege der Freiburger Stadtbau und des Bauvereins, also zweier wichtiger Wohnbaugesellschaften (auch die beiden anderen Baugenossenschaften Familienheim und Heimbau sind im Stadtteil aktiv), die gerade jetzt angesichts der zunehmenden Wohnungsknappheit in Freiburg eine wichtige Rolle in der Versorgung mit preiswerten Wohnungen spielen.

Ende des 19. Jahrhunderts sind die ersten Wohnhäuser hier entstanden. Mittlerweile sind nicht nur die Häuser in die Jahre gekommen, auch das durchschnittliche Alter der Einwohner im Stadtteil ist hoch. Mit der Bebauung des ehemaligen VAG-Geländes ist ein erster Schritt dazu getan, neuen Wohnraum in Brühl-Beurbarung anzubieten.

Seit langem fordert die SPD-Gemeinderatsfraktion, dass auch bei der Überplanung des ehemaligen Güterbahnhofs Nord ein Beitrag zur Wohnversorgung der Freiburger Bevölkerung geleistet wird. Nach langer diesbezüglicher Ablehnung durch die Stadtverwaltung brachte eine Experten-Anhörung im Oktober des vergangenen Jahres die Wende.

In der Gemeinderatsdrucksache, die am 3. Juli dazu verabschiedet wurde, ist folgendes zu lesen:

„Künftig sollen kreative Wohnformen bzw. Wohnen für bestimmte Personengruppen (studentisches Wohnen) entwickelt und auf dem Güterbahnhofareal realisiert werden. Auch wenn sich das Plangebiet nicht für „klassisches“ Familienwohnen im Geschosswohnungsbau eignet, und deshalb anderen Wohnformen der Vorzug zu geben ist, ist dennoch eine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten.“

Insgesamt werden 76.000qm der Fläche, die bislang dem Gewerbe vorbehalten waren, ebenso wie 17.000qm einer ehemaligen Sondergebietsfläche in Mischgebiete umgewandelt. Bis zu 47% der neu ausgewiesenen Mischgebietsfläche können nun der Wohnbebauung zugeführt werden.

Die aurelis, der die ehemaligen Bahnflächen gehören, erhält durch die höherwertige Nutzungsmöglichkeit mehr Geld, muss aber auch mehrere Maßnahmen zum Wohle des gesamten Stadtteils umsetzen. Beispielhaft seien genannt:

  • 4,75 Mio. € für die Deckung des Kinderbetreuungsbedarfs und zur Qualitätsverbesserung beim Bau der B 3
  • 650.000 € zusätzlich für die Freiflächengestaltung
  • 600.000 € zusätzlich für die Erschließung
  • unentgeltliche Abtretung von 2000qm (im Wert von etwa 700.000€) für die Umsetzung des geförderten Wohnungsbaus
  • Erwerb des nördlichen und nordwestlichen Gebiets für Gewerbe durch die Wirtschaftsförderung der Stadt Freiburg

Insgesamt gesehen stellt sich die Situation nach der Beschlussfassung vom 3. Juli 2012 also als ein Gewinn für alle dar. Die VertreterInnen der SPD im Stadtteil und im Gemeinderat werden darauf schauen, dass der Plan auch tatsächlich in die Realität umgesetzt wird.

Wer mehr zum Thema wissen möchte, kann sich die Beschlussvorlagen 12/086 und 12/086.1 auf der Homepage der Stadt Freiburg herunterladen.

Walter Krögner

Hier der Artikel als JPEG zum näher Anschauen und Ausdrucken.

 

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