Steinmetz und Bildhauer Nicolas Zimmermann Handwerkskunst zwischen Tradition und Moderne

Ein Unternehmen, das in der Tennenbacher Straße Ladengeschäft und Büro und in der Kaiserstuhlstraße Produktion, Werkstatt und Ausstellung betreibt ist der Fachbetrieb „stein + form“. Als erfahrener Bildhauerei- und Steimetzhandwerksbetrieb ist er spezialisiert auf Natursteinarbeiten in allen Variationen. Um mehr über die Firmenphilosophie und die Aufgabenschwerpunkte zu erfahren, haben wir uns mit dem Geschäftsinhaber, Nicolas Zimmermann, unterhalten.

Interviewbild 01

Nikolas Zimmermann (Mitte) im Gespräch mit Jürgen Zinnel (li.) und Alexander Bangert (re.)

Brühl-Beurbarungs-Bote: Herr Zimmermann, wie wurden Sie Steinmetz und Bildhauer?

Nicolas Zimmermann: Nach Fachhochschulreife und Zivildienst machte ich zunächst eine Zimmererlehre. Begleitend dazu absolvierte ich die Technikerschule. Danach begann ich meine zweite Ausbildung zum Steinmetz und Bildhauer. Während meiner Berufstätigkeit als Steinmetz und Bildhauer machte ich berufsbegleitend den Betriebswirt. Ich wurde Gesellschafter-Geschäftsführer bei der Firma Schindler stein+form in Waldkirch. Danach machte ich mich selbständig.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Was waren die Höhepunkte in den ersten Jahren ihrer Karriere?

Nicolas Zimmermann: Mit Schindler stein + form waren wir unter anderem am Freiburger Lycée Turenne im Bereich Denkmalschutz aktiv. Des Weiteren restaurierten wir im elsässischen Molsheim das Château Bugatti Saint Jean, sowie die dazugehörigen ehemaligen Wirtschaftsgebäude, Remisen genannt. Das war ein enorm spannendes und anspruchsvolles Projekt, an das ich mich gerne zurückerinnere.

Brühl-Beurbarungs-Bote: In Freiburg findet man Sie ja sowohl in der Tennenbacher Straße, als auch in der Kaiserstuhlstraße und mit einer weiteren Ausstellung im Stadtteil Opfingen im Gewerbegebiet.

Tennenbacher StraßeNicolas Zimmermann: Richtig. Durch die Gelegenheit, den ehemaligen Steinmetzbetrieb Hösch in der Kaiserstuhlstraße zu übernehmen, kam ich wieder nach Freiburg in meine Heimat zurück. Den Betrieb in der Kaiserstuhlstraße haben wir völlig umgestaltet und einen schönen Ausstellungsgarten geschaffen. Offen zugänglich präsentieren wir dort einen Überblick unserer Produktion, vor allem Grabmale von unbehauenem bis poliertem Stein, moderne Urnengräber, Brunnen, Gartenskulpturen, Mauersteine und Natursteinplatten. Mit der Zeit wurden die Räumlichkeiten  für Büro und Beratung eng und wir waren froh, letztes Jahr in der Tennenbacher Straße 45 das ehemalige Ladengeschäft der Firma Wöhrle übernehmen zu können.

Insgesamt besteht unser Team aus 9 Mitarbeitern, darunter 1 Meister, 4 Gesellen, 2 Steinmetzhelfer, 2 Kaufleute sowie 2 Auszubildenden, die ebenfalls den Beruf des Steinmetz und Bildhauers erlernen.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Von den Menschen zum Material – was für Steine bieten Sie an und woher kommen diese?

Nicolas Zimmermann: Viele unserer Grabmale stellen wir selbst her. Wir haben ein umfangreiches Lager der gängigsten Steine und beziehen darüber hinaus von deutschen Steinimport-Firmen Material aus der ganzen Welt. Bei Importware bestehen wir gegenüber unseren Lieferanten auf garantierter und zertifizierter Produktion ohne Kinderarbeit.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Zurück zu den Menschen. Was ist für Sie das Besondere am Kontakt mit den Kunden?

Nicolas Zimmermann: Wir nehmen uns sehr viel Zeit und gehen auf unsere Kunden und Ihre oft speziellen Wünsche ein. Unsere Aufgabe sehen wir darin, in Entwurf und Ausführung ein würdevolles Grabmal zu schaffen, das auch eine symbolische Verbindung zum Verstorbenen herstellt. Das erfordert viel Einfühlungsvermögen und Erfahrung.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Mit welchen Gestaltungsideen kommen die Kunden zu Ihnen und wie greifen Sie diese auf?

Nicolas Zimmermann: Häufig haben unsere Kunden auf dem Friedhof bereits einen Stein gesehen, der ihnen gefällt und den Sie sich in derselben oder ähnlicher Form auch wünschen. Wir vereinbaren dann die Gestaltung des Grabmals, bieten aber auch neue Steinkombinationen, Farben oder Formen an. Hierbei können wir aufgrund unserer Erfahrung ganz individuelle Grabgestaltungen schaffen.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Inwieweit gehen Ihre Kunden auf dieses Angebot ein?

Interviewbild 04Nicolas Zimmermann: Unsere Vorschläge werden gut angenommen. Immer mehr Kunden wählen weitergehende, bildhauerisch und künstlerisch gestaltete Grabmale oder Urnengräber – z.B. figürlich ausgearbeitet oder eine ganz abstrakte Formensprache, auch in Ergänzung mit Materialien wie z.B. Bronze, Edelstahl, Glas oder Keramik.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Was müssen Sie bei der Gestaltung einer Grabanlage beachten?

Nicolas Zimmermann: Die Rahmenbedingungen auf den verschiedenen Friedhöfen geben durch konkrete Bestimmungen z. B. die Beschaffenheit oder die maximalen Maße einer Grabanlage vor. Hierbei sind auch Sicherheitsbestimmungen zu beachten und einzuhalten.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Nicolas Zimmermann: Wir möchten unseren ortsansässigen Bildhauer- und Steinmetzbetrieb im Stadtteil Brühl-Beurbarung und darüber hinaus weiter etablieren. Es ist unser Bestreben mit stilvoll gestalteten Grabmalen zum Fortbestand der Kultur auf unseren Friedhöfen beizutragen. Und nicht zuletzt ist es unser Ziel auch bei Gartenanlagen und im Innenausbau mit Naturstein weiterhin ein guter und kompetenter Partner in gestalterischen Fragen und in der Ausführung zu sein.

Brühl-Beurbarungs-Bote:Was ist für Sie die Brühl-Beurbarung, was macht der Stadtteil, für Sie aus?

Nicolas Zimmermann: Ich arbeite gerne hier, fühle mich in diesem bürgerlich gewachsenen Traditionsstadtteil Freiburgs, der frei ist von jeglichem Schicki-Micki –Gehabe, sehr wohl. Die Mischung von Wohn-Straßen, Gewerbe und Industrie macht den Reiz des Quartiers aus. Natürlich gönne ich als eingefleischter SC-Fan dem Verein ein neues, größeres Stadion, bin aber sehr erleichtert und froh darüber, dass nunmehr wohl der neue Standort am Flugplatz gefunden ist und die Kleingärten hinter der Güterbahn nicht geopfert werden.

Brühl-Beurbarungs-Bote: Herr Zimmermann wir danken Ihnen für das Gespräch.

Nickolas ZimmermannNicolas „Nick“ Zimmermann, 43 Jahre, verheiratet, zwei Kinder lebt, im Stühlinger. In seiner Freizeit trainiert Nicolas Zimmermann die E-Jugend des SV Opfingen.

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