Was ist Quartiersarbeit?

In Ergänzung zu unserem Bericht aus dem Gemeinderat zur Stärkung der Quartiersarbeit, stellt Gerald Lackenberger detaillierter vor, worum es sich bei Quartiersarbeit handelt.

In Freiburg gibt es in einigen Stadtteilen „Quartiersarbeit.“ Was macht sie und was kann sie? Quartiersarbeit ist eigentlich nur ein anderes Wort für Gemeinwesenarbeit und beschreibt eine Form der sozialen Arbeit, die sich nicht auf eine Zielgruppe oder Generation festlegt. Quartiersarbeit ist eine sozialraumbezogene Herangehensweise, die alle Themen in einem Stadtteil oder Quartier ganzheitlich in den Blick nimmt.

Quartiersarbeit orientiert sich in ihrem methodischen Handeln an den Bedürfnissen und Interessen der betroffenen Menschen. Sie greift die Themen auf, die im Stadtteil als wichtig erachtet werden.

Quartiersarbeit ermutigt, unterstützt und aktiviert die Menschen, ihre Angelegenheiten selbst zu gestalten. Die Quartiersarbeit handelt nicht für die Menschen im Stadtteil, sondern mit den Menschen im Stadtteil gemeinsam und ermöglicht somit auch Lernerfahrungen. Dabei wird eine selbstbestimmte und aktive Gestaltung der Lebensbedingungen angestrebt. Dabei ist Freiwilligkeit das oberste Prinzip.

Die Quartiersarbeit sondiert im Stadtteil vorhandene Ressourcen und Potenziale von Gruppen und einzelnen Menschen, die Ressourcen durch bestehende formelle und informelle Netzwerke wie auch materielle Ressourcen, z.B. Räume und Finanzen. Vorhandene Potenziale werden aktiviert und gefördert, damit sie dem Gemeinwesen zugutekommen können.

Themen, um die die Quartiersarbeitsich häufig kümmert, weil sie im Stadtteil virulent sind, können sein Wohnen, Wohnumfeldgestaltung, zukünftige Stadtteilentwicklung, Wirtschaftsförderung im Stadtteil, Arbeit und Arbeitslosigkeit, Verkehrsinfrastruktur, Kultur, Freizeit, Bildung u.a. Die Themen und Bedarfe sind von Stadtteil zu Stadtteil verschieden. Eine weitere wichtige Aufgabe der Quartiersarbeit ist die Vernetzung und Kooperation im Stadtteil und der Stadtteilakteure. Das sind die Bewohner, Kitas, Schulen u.v.m. durch Stadtteilkonferenzen oder Runde Tische. Vernetzt lassen sich Probleme besser lösen und Projekte in Kooperation zur Lösung von Fragestellung sind erfolgreicher.

Auch die Vernetzung und Begleitung von bürgerschaftlichem Engagement kann eine Aufgabe von Quartiersarbeit sein, wenn es im Stadtteil Engagement gibt oder benötigt wird.

Die Quartiersarbeit bringt an Entscheidungen Beteiligte zusammen, unterstützt bei der Findung von Lösungsmöglichkeiten, leistet bei Bedarf „Übersetzungsarbeit“ (nicht alle verstehen Amtsdeutsch), damit sich die Beteiligten am Aushandlungsprozess verstehen können.

Gerald Lackenberger

Gerald Lackenberger ist Vorsitzender der Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Stadtent-wicklung und Gemeinwesenarbeit in Baden-Württemberg

Weitere Informationen:

www.lag-sozialestadtentwicklung-bw.de/

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