Der Jugendtreff Brühl-Beurbarung (JBB): „Die Kinder und Jugendlichen sind im Umgang miteinander weitaus friedlicher und ruhiger als in früheren Zeiten.“

Seit bald 30 Jahren, seit 1985, gibt es im Untergeschoss des Westflügels der Lortzingschule den „Jugendtreff Brühl-Beurbarung“, der Kindern und Jugendlichen ein breites Spektrum an Spiel- und Freizeitaktivitäten anbietet. Um mehr über die Aufgaben des Jugendtreffs und die Anforderungen, mit denen er konfrontiert ist, zu erfahren, haben wir uns mit Nina Kuhn und Roman Götten, Angestellte des Jugendtreffs, zum Gespräch getroffen.

Fester Bestandteil des Wochenprogramms sind der Mädchentreff und der Jungentreff für die Altersstufe zwischen 9 und 15 Jahren, die jeweils einmal stattfinden. An vier Tagen pro Woche gibt es Veranstaltungen der Rubrik „Offene Tür“. Dazu zählen der „Mini-Club“ für Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse, der „Schüler-Treff“ für Mädels und Jungs zwischen der 4. und 7. Klasse sowie die Offene Tür für Jugendliche ab 13 Jahre. An Samstagen werden die Offene Tür für Kinder und Jugendliche von 9 bis 14 Jahre (nur von November bis März) sowie zudem regelmäßig Hütten, Freizeiten, Ausflüge und andere Aktionen angeboten. Dann werden zum Beispiel ein Hallenfußballturnier ausgetragen, eine Fasnetparty veranstaltet oder Schwimmbäder aufgesucht. Und einmal pro Monat gibt es im Stadtteiltreff das Kinderkino. Für die Osterferien wurde das viertägige Projekt „Holzwerkstatt“ vorbereitet. Außerdem steht Kindern und Jugendlichen nach Absprache bzw. vorheriger Anmeldung die Nutzung der Fahrradwerkstatt, die Teilnahme an der SchülerInnenhilfe oder dem Audiostudio „Audio@JBB“ frei.

Diese stärkere Differenzierung des Programms nach Altersstufen wurde ab den 2000er Jahren vorgenommen. Sie erlaubte es, insbesondere die kreativen und musischen Inhalte altersgerechter zu gestalten. Doch wird bei der Gestaltung der Angebote stets darauf geachtet, fließende Übergänge zu schaffen. Natürlich haben sich innerhalb der vergangenen 20 Jahre die Ansprüche und Erwartungen der Kinder und Jugendlichen geändert. Zwar finden noch wie früher Fußball- oder Kickerturniere statt, doch ebenso werden mittlerweile stadtweite Turniere an der Playstation ausgetragen, da das Spielen und Arbeiten am Computer für Kinder und Jugendliche zum Alltag gehört.

Generell haben die sogenannten neuen Medien auch Auswirkungen auf das Freizeitverhalten junger Menschen.

Durch die vereinfachte Kommunikation sind sie heute viel mobiler, auch stadtteilübergreifend. Zugleich sind sich Nina Kuhn und Roman Götten einig, dass der Umgang der Heranwachsenden miteinander weitaus friedlicher und ruhiger ist als in der Vergangenheit. „Denn früher hatten die Jugendlichen aus der Beurbarung noch den Ruf, mitunter ziemlich ruppig zu sein“, fasst es Götten mit einem Schmunzeln zusammen.

Werfen wir nun noch einen Blick auf das Organisationsstatut und die Finanzierung des Jugendtreffs. Der Jugendtreff steht sozusagen in der Obhut des Vereins Jugendtreff Brühl-Beurbarung e. V., dem die Stadt die Betriebsträgerschaft übertragen hat.

Dem Trägerverein gehören u.a. an: der Bürgerverein Brühl-Beurbarung, die katholische Kirchengemeinde St. Konrad und die Lutherkirche der Pfarrgemeinde West der evangelischen Kirche in Freiburg. Um die Arbeit im JBB zu betreuen, sind drei Planstellen in Teilzeit für sozialpädagogische Fachkräfte für Kinder- und Jugendarbeit vertraglich zugesichert. Außerdem wird bis Ende dieses Jahres eine sogenannte halbe Bürgerarbeitsstelle finanziert. Allerdings war es aufgrund der sehr begrenzten finanziellen Möglichkeiten nie möglich, Zivildienstleistende einzustellen. Wertvolle Fleißarbeiten übernehmen statt dessen ehrenamtliche MitarbeiterInnen sowie zeitweise PraktikantInnen, auch wenn sich deren Anzahl im Vergleich zu früheren Zeiten halbiert hat.

Die Finanzierung der Einrichtung wird zum größten Teil durch die Stadt Freiburg geleistet. Großzügige Unterstützung erhält der Jugendtreff aber auch von der PSD-Bank, der Wilhelm-Oberle-Stiftung und der Weihnachtsaktion der Badischen Zeitung. Darüber hinaus haben die MitarbeiterInnen im JBB für unzählige Projekte erfolgreich Finanzmittel des Europäischen Sozialfonds (ESF) beantragt.

Gelder aus dem ESF können öffentliche Verwaltungen, Nichtregierungsorganisationen, Wohlfahrtsverbände sowie Sozialpartner erhalten, die im Bereich Beschäftigung und soziale Eingliederung aktiv sind. Eigene Einnahmen erzielt der JBB aus der Vermietung der Räume für Veranstaltungen sowie durch eigene Projekte, wie zum Beispiel dem 24-Stunden-Lauf. Angesichts des limitierten finanziellen Spielraums stellten wir abschließend die Frage, woran es dem JBB mangelt.

Eine lange Liste von Wünschen wurde uns anschließend aber nicht vorgetragen! Roman Götten bedauert lediglich, dass die Arbeit durch die „Ein-Raum-Situation“ schon eingeschränkt sei, weil dadurch parallele Angebote nicht möglich sind.

Den Blick über den Jugendtreff hinaus richtet Nina Kuhn, die hofft, dass sich in der Brühl-Beurbarung noch mehr Menschen und Gruppen aktiv einbringen, um das soziale Miteinander in unserem Stadtteil zu fördern und zu stärken.

 

Alexander Bangert

Kontakt:

 

Jugendtreff Brühl-Beurbarung Lortzingstr. 1a

79106 Freiburg

 

www.jbb-freiburg.de

Tel.: 0761-278 097

 

Zur Person: Roman Götten

 

Roman Götten trat nach dem Studium der Sozialarbeit an der Ev. Fachhochschule (EFH) 1994 eine halbe Stelle für Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil an. Fünf Jahre später, 1999, wurde er zusätzlich mit der Leitung der Einrichtung betraut.

Seit September 2013 trägt er weitere Verantwortung: Neben der Leitung und pädagogischen Arbeit im Jugendtreff ist Roman Götten als Leiter des Stadtteiltreffs für die Stadtteil- und Quartiersarbeit zuständig.

 

Zur Person: Nina Kuhn

 

Nina Kuhn hat ebenfalls an der Ev. Fachhochschule (EFH) Sozialarbeit studiert. Außerdem ging sie in der Zimmerei Grünspecht in die Lehre und legte ihre Gesellenprüfung ab.

Seit November letzten Jahres ist Nina Kuhn in der Brühl-Beurbarung und versieht pädagogische Arbeit im Jugendtreff sowie Aufgaben der Quartiersarbeit.

 

 

 

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